Schwangerenyoga mit Kundalini-Elementen
Yoga in der Schwangerschaft ist in Berlin ein fester Bestandteil der Geburtsvorbereitung. Viele Hebammenpraxen und Studios bieten eigene Kurse an, einige davon mit Elementen aus dem Kundalini Yoga. Regionale Kundalini-Gruppen haben sich schon früh mit Geburtsvorbereitung beschäftigt. Hier erfährst du, was dabei sinnvoll ist und wo die Grenzen liegen.
Vorab: Rücksprache halten
Sprich vor dem Einstieg mit deiner Hebamme, deiner Frauenärztin oder deinem Frauenarzt. Bei einer unkomplizierten Schwangerschaft spricht in der Regel nichts gegen sanftes Yoga. Bei Blutungen, vorzeitigen Wehen, Bluthochdruck, Schwangerschaftsdiabetes oder einer Mehrlingsschwangerschaft gelten eigene Regeln.
Was gut tut
- Langer tiefer Atem – die wichtigste Übung überhaupt. Er beruhigt und bereitet auf das Atmen unter der Geburt vor.
- Sanfte Bewegungen der Wirbelsäule – Katze-Kuh im Vierfüßlerstand, sanfter Wirbelsäulenflex im Sitzen.
- Beckenkreisen – im Sitzen auf einem Ball oder im Stand, lockert das Becken.
- Schulter- und Nackenübungen – gegen die Spannung, die der wachsende Bauch mit sich bringt.
- Singen – Mantras oder einfache Töne verlängern die Ausatmung. Viele Frauen nutzen das Tönen später unter der Geburt.
- Entspannung in Seitenlage – mit Kissen zwischen den Knien.
Worauf du verzichtest
Einige typische Kundalini-Elemente passen nicht zur Schwangerschaft:
- Feueratem und andere schnelle Atemtechniken
- kräftige Bandhas, vor allem Bauchverschlüsse, und langes Atemanhalten
- Übungen mit starkem Druck auf den Bauch, etwa Bauchlage oder kräftiges Beinheben im Liegen
- lange Rückenlage ab etwa der Mitte der Schwangerschaft, weil das Gewicht auf die große Hohlvene drücken kann
- Überhitzung – ausreichend trinken und Pausen machen
Gute Kursleitungen bieten für jede Übung eine Alternative an. Mehr zu den Atemtechniken im Beitrag über Pranayama und zu den Körperschlössern unter Mudras und Bandhas.
Wie ein Kurs aufgebaut ist
Schwangerenkurse dauern meist 60 bis 75 Minuten und finden in kleinen Gruppen statt. Nach einer Ankommensrunde folgen sanfte Bewegung, Atemübungen, eine Entspannung und oft eine kurze Meditation oder ein gemeinsames Lied. Viele Frauen schätzen den Austausch in der Gruppe mindestens so sehr wie die Übungen.
Manche Präventionskurse werden von Krankenkassen bezuschusst, wenn die Kursleitung eine anerkannte Qualifikation hat. Frag vor der Anmeldung bei deiner Kasse nach.
Nach der Geburt
Frühestens nach dem Wochenbett und in Absprache mit der Hebamme kannst du wieder einsteigen. Viele Studios bieten Rückbildungs- oder Mama-Baby-Kurse an. Beckenbodenübungen stehen dann im Vordergrund. Kräftige Kundalini-Kriyas mit Feueratem und Bauchübungen solltest du erst wieder aufnehmen, wenn der Beckenboden stabil ist und sich die Bauchmuskeln geschlossen haben.
Wenn die Kinder größer werden
Wer mit dem Yoga durch die Schwangerschaft gegangen ist, möchte es später oft mit den Kindern teilen. Wie das spielerisch gelingt, zeigt der Beitrag über Kinderyoga.