kundalini yoga berlin

Hintergrund

Hatha Yoga und Kundalini Yoga im Vergleich

Aktualisiert am · 3 Min. Lesezeit

In Berliner Studios stehen Hatha Yoga und Kundalini Yoga oft direkt nebeneinander im Kursplan. Beide heißen Yoga, beide nutzen Matte und Atem – und doch fühlen sich die Stunden sehr unterschiedlich an. Dieser Vergleich hilft dir bei der Entscheidung.

Hatha YogaHaltungen haltenKundalini YogaAtem · Bewegung · Klanggemeinsame Wurzel: Hatha-Tradition
Zwei Wege aus einer gemeinsamen Wurzel: Hatha Yoga mit gehaltenen Haltungen, Kundalini Yoga mit Bewegung, Atem und Klang

Gemeinsame Wurzeln

Hatha bedeutet auf Sanskrit „Kraft“ oder „Anstrengung“. Gemeint ist ein Yoga, das über den Körper arbeitet: Haltungen, Atemtechniken, Reinigungsübungen und Energieverschlüsse. Der wichtigste klassische Text ist die Hatha Yoga Pradipika aus dem 15. Jahrhundert, die dem Yogi Svatmarama zugeschrieben wird. Interessant: Schon dort ist von der Kundalini die Rede, die durch Übung erweckt werden soll.

In diesem Sinn ist Kundalini Yoga eigentlich ein Kind des Hatha Yoga. Das Kundalini Yoga, das heute unterrichtet wird, ist allerdings eine eigene Form aus dem 20. Jahrhundert, die Yogi Bhajan mit Mantras aus der Sikh-Tradition verband. Mehr dazu im Leitfaden.

Was „Hatha Yoga“ im Studio meint

Wenn ein Kurs heute „Hatha Yoga“ heißt, ist meist ein ruhiger, klassischer Stil gemeint: Haltungen wie der herabschauende Hund, der Baum, die Taube oder der Sonnengruß werden eingenommen und einige Atemzüge gehalten. Die Lehrkraft achtet auf Ausrichtung und gibt Varianten für unterschiedliche Körper. Am Ende steht Shavasana, die Entspannung in Rückenlage.

Der direkte Vergleich

Hatha YogaKundalini Yoga
Stundenaufbaufrei komponiertfeste Kriya mit Zeitangaben
Haltungengehalten, Fokus auf Ausrichtungoft rhythmisch wiederholt
Atemruhig, mit der Bewegungvielfältig, auch schneller Feueratem
Klangselten, eher ein „Om“viele Mantras und Gesang
Augenmeist offenmeist geschlossen
KleidungSportkleidunghäufig Weiß, freiwillig
Meditationkurz oder gar nichtfester Bestandteil

Wie sich die Stunden anfühlen

Nach einer Hatha-Stunde fühlen sich viele Menschen gedehnt, geerdet und körperlich gearbeitet. Nach einer Kundalini-Stunde beschreiben sie eher ein Kribbeln, eine wache Ruhe und eine veränderte Stimmung. Das liegt an den unterschiedlichen Schwerpunkten: Hatha Yoga arbeitet mehr an Kraft und Beweglichkeit, Kundalini Yoga stärker mit Atem, Wiederholung und Klang.

Die klassischen Asanas aus dem Hatha Yoga – Sonnengruß, Kobra, Krähe, Lotussitz – kommen im Kundalini Yoga zwar vor, stehen aber selten im Mittelpunkt. Wer gezielt an einzelnen Haltungen feilen möchte, ist im Hatha Yoga besser aufgehoben.

Welcher Stil passt zu dir?

  • Du willst beweglicher werden und Haltungen genau lernen? Hatha Yoga.
  • Du suchst vor allem Ruhe im Kopf und magst Gesang oder Rhythmus? Kundalini Yoga.
  • Du hast Rückenprobleme? Beide können helfen – wichtiger als der Stil ist eine Lehrkraft, die auf dich eingeht.
  • Du bist schwanger? Achte auf spezielle Kurse, siehe Schwangerenyoga.

Einen breiteren Überblick über weitere Stile, von Vinyasa bis Yin Yoga, findest du unter Yoga-Arten.

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